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  Hans-Werner-Richter-Haus
 

Ein paar Informationen zur Gedenkstätte und zu Richters Bansiner Biografie

 Bansin

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Richter-Haus

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Einer der berühmtesten Usedomer wurde 1908 in Bansin geboren. Genau genommen erblickte der spätere Schriftsteller und Initiator der Gruppe 47 Hans Werner Richter im Ortsteil Neu Sallenthin das Licht der Welt. Leider steht das Geburtshaus (An den Krebsseen 13) nicht mehr. Seine Kindheit und Jugend, die er in seinem autobiographischen Roman Spuren im Sand festhält, verbringt er in Bansin auf der Insel Usedom. Sein Vater war Fischer, arbeitete aber auch zeitweise als Bademeister im Seebad. Seine Mutter war wohl Hausfrau, wusch aber während der Saison auch die Wäsche der betuchten Badegäste. 8 Jahre lang besuchte Richter die Bansiner Volksschule.

Der Roman Spuren im Sand will uns auch wissen lassen, dass Richter auf Wunsch der Mutter zuerst Gemeindediener ("Tintenkleckser") werden sollte. Sein potentieller Aufstieg vom einfachen Lehrling zum Bürgermeister wurde allerdings rasch unterbrochen, da das Verhältnis zu seinen direkten Vorgesetzten schnell getrübt war: Sie hatten ihn des angeblichen Diebstahles aller Radiergummis aus den Gemeindebüros überführt. Da der junge Richter die zu Hause gehorteten Radiergummis nicht herausrücken wollte, zog er es vor, lieber den Dienst zu quittieren und die ersehnte Karriere zum Bürgermeister auf der ersten Karrierestufe abzubrechen.

Danach schloss sich von 1924 bis 1927 eine dreijährige Lehre als Buchhändler in Swinemünde an. Richter erzählt in seinem Roman, dass sich auch dieser neuer Einstieg ins Berufsleben anfangs eher schwierig gestaltete, da der Buchhändler Kopp nicht gerade übermäßig von den Fähigkeiten seines Auszubildenden überzeugt war. So musste Richter in der Anfangszeit, nachdem Kopp noch nicht einmal mit der Fähigkeit seines Lehrlings, Bücher einzupacken, zufrieden war, u. a. den halb unter Wasser stehenden Keller des Buchhändlers ausschippen.

Gemäß "Spuren im Sand" folgte dann ein kurzes Intermezzo als Buchverkäufer auf einem Schiff. Der Autor dieser Website verfiel besonders bei der Schilderung und der innerlichen Ausmalung folgender Szene dieser Periode in einen lang anhaltenden Lachkrampf: Richter berichtet nämlich, wie auf dem schwankenden Schiff

bei Windstärke 12 << eine alte Dame im Mitteldeck platt auf dem Boden lag, und ihre beiden Dackel zur Rechten und zur Linken übergaben sich abwechselnd mit ihr. Sie tat mir leid, und ich schob ihr den leeren Kübel hin und sagte: "Kann ich etwas für Sie tun?" - "Jeder Mensch muss sterben", flüsterte sie, "wenn seine Zeit da ist, jeder Mensch. Sorgen Sie für meine Dackel!" Ich starrte auf die beiden Dackel und dachte, was soll ich mit den Dackeln. ... Nun überfiel es auch mich, und ich lief hinaus aufs Oberdeck an die frische Luft. "Wo willst du hin?" schrie Moses hinter mir her, und ich schrie zurück: "Jetzt hat´s mich. Die mit ihren verdammten Dackeln." >>

Nach der kurzen Episode als Schiffsbuchverkäufer verließ er Usedom endgültig, um als Buchhandelsgehilfe in Berlin zu arbeiten. Erst in den letzten Jahren seines Lebens besuchte er seine ehemalige Heimat wieder und hat u. a. in der Kirche in Benz, in der er konfirmiert wurde, aus seinen Werken gelesen. Hans Werner Richter ist auf dem Bansiner Friedhof bestattet.
Mehr zu Richters Leben und Wirken unter
de.wikipedia.org/wiki/Hans_Werner_Richter

Das ehemalige Feuerwehrhaus in Bansin (Waldstraße 1) ist zur Gedenkstätte für Hans Werner Richter, zum so genannten Hans-Werner-Richter-Haus (siehe Bild oben), umgebaut worden. Das Gebäude umfasst neben einer Bibliothek das rekonstruierte Münchener Arbeitszimmer des Schriftstellers im Erdgeschoss und ein galerieähnliches Zimmer im Obergeschoss, in dem Geschenke an Richter von bedeutenden Künstlern und Schriftstellern, u. a. von Heinrich Böll, ausgestellt sind. Außerdem werden im Hause regelmäßig Lesungen angeboten. Der Autor dieser Website hatte vor einigen Jahren ein paar Mal das Vergnügen, hier einen Vortrag halten zu dürfen.

© 2012 Andreas Reuter (seitdem nicht mehr aktualisiert)

  

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