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Koserows Bernsteinhexe

Koserow

Bernsteinhexe

Im Jahre 1843, rund 10 Jahre vor der Ankunft der ersten Badegäste, wurde das kleine Fischerdorf Koserow erstmalig einem größeren Publikum bekannt. Anlass war die Veröffentlichung des Romans "Maria Schweidler, die Bernsteinhexe", dessen Handlung im heutigen Seebad und in der näheren Umgebung spielt. Geschrieben wurde das literarische Werk, das damals großes Aufsehen erregte, von dem ehemaligen Koserower Pastor Johann Wilhelm Meinhold. Der Autor behauptete sogar nachdrücklich, die rührselige Geschichte der Maria Schweidler sei die wahrheitsgetreue Wiedergabe eines Ereignisses in Koserow während des 30-Jährigen-Krieges (1618-1648):


Der Streckelsberg

In dieser Zeit des Not und Elends findet die Pfarrerstochter Maria am Streckelsberg zufällig beim Beerensammeln ergiebige Bernsteinvorkommen. Mit dem Erlös des unerwarteten Reichtums lindert sie die Not im Pfarrhaus und in der Koserower Bevölkerung, wird aber gleichzeitig des Verdachts bezichtigt, sie habe magische Kräfte und sei eine Hexe, da sie a) die Quelle ihres Reichtums nicht verrät und b) einige Dorfleute gesehen haben wollen, dass Maria sich auf dem Streckelsberg mit dem Teufel in Wolfsgestalt getroffen habe. Die Verurteilung zum Tode auf dem Scheiterhaufen folgt. Es gibt jedoch ein happy end: In letzter Minute wird Maria gerettet. Der Teufel in Wolfsgestalt war nämlich ein adeliger Liebhaber, der schließlich Marias Unschuld beteuerte. Um sich mit ihr treffen zu können, musste er sich mit einem Wolfspelz tarnen, da ihre Beziehung nicht standesgemäß war.


Die Koserower Kirche, Wirkungsstätte Meinholds und
Abraham Schweidlers, Vater von Maria

Obwohl Meinhold, der Autor dieses Romans, schließlich zugeben musste, das seine Geschichte doch nicht wahr, sondern erfunden sei, riss dennoch der Besucherstrom sensationsbegieriger Leute an den Handlungsort des Romans nicht ab. Dem Koserower Tourismusgewerbe kam dieser Trubel gelegen, hatte doch der Pfarrer ungewollt eine einzigartige Form touristischen Marketings für den Ort betrieben.


 

Die Bernsteinhexe von Meinhold wird auch heute noch verlegt und ist in fast allen Buchhandlungen auf Usedom vorrätig. Der Autor dieser Website hat das Buch selber gelesen und war sehr gefesselt von der Geschichte.

© 2007 Andreas Reuter (seitdem nicht mehr aktualisiert)

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